A2_Diskussion
Angriff auf die Wissenschaftsfreiheit
Montag, 29. September, 14.30–16.00
- Prof. Dr. Patrick Cramer Präsident, Max-Planck-Gesellschaft
- Prof. Dr. Verena Blechinger-Talcott, Scholars at Risk, Freie Universität Berlin,
- Dagny Lüdemannn, Chefreporterin Wissen, DIE ZEIT
- Prof. Dr. Rudolf Stichweh, Direktor der Abteilung Demokratieforschung, Seniorprofessor für Soziologie, Universität Bonn
- Nicola Kuhrt, Redaktionsleiterin Research.Table / Vorsitzende WPK [Moderation]
Wissenschaftsfreiheit ist ein grundlegendes Prinzip, das die unabhängige Erforschung neuer Erkenntnisse ermöglicht und die Basis für evidenzbasierte Entscheidungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft liefert. Doch aktuell steht sie weltweit unter Druck – durch politische Einflussnahme und finanzielle Kürzungen, die den Wissenschaftsbetrieb und auch die wissenschaftsjournalistische Berichterstattung zunehmend einschränken: In den USA beendet die neue Administration mit „overwhelming force“ laufende Forschungsprojekte zu Diversity, Equity and Inclusion (DEI) und Klimawandel, droht den Universitäten Harvard, Columbia und Princeton mit der Kürzung von Bundesmitteln, plant Einreisesperren für ausländische Studierende, macht die Gesundheitsbehörde CDC mundtot, kürzt massiv bei den National Institutes of Health (NIH) und erstellt Stichwortlisten zum Herausfischen politisch unliebsamer Förderanträge bei der National Science Foundation (NSF). Auch hierzulande kündigt die AfD an gegen Gender- und Klimawissenschaften vorzugehen.
Wir wollen erörtern, wie konkret die Wissenschaftsfreiheit auch in Deutschland bedroht ist. Dabei sind die Probleme der Wissenschaftsfreiheit (ebenso wie die der Pressefreiheit) durchaus komplex und vertragen keine einfachen Botschaften. Dennoch: Wie widerstandsfähig wären unsere eigenen wissenschaftlichen Institutionen, sollte es wirklich darauf ankommen? Machen die föderalen Strukturen hierzulande tatsächlich immun? In welchem Maße werden Wissenschaftler:innen aktuell attackiert? Welche Gegenmaßnahmen diskutieren die Wissenschaftsorganisationen? Reicht es, gezielt Forschende aus den USA anzuwerben – oder braucht es umfassendere strukturelle Angebote? Und wie geht der Journalismus, der selbst Teil der attackierten Institutionen ist, mit den Angriffen um?

Prof. Dr. Patrick Cramer Präsident, Max-Planck-Gesellschaft
Foto: Christoph Mukherjee

Dagny Lüdemannn, Chefreporterin Wissen, DIE ZEIT
Foto: Moritz Küstner/ZEIT ONLINE
