A6_Diskussion

Fünf Jahre Corona – was haben wir für die Kommunikation gelernt?

Montag, 29. September, 17.00–18.30

  • Prof. Dr. Sandra Ciesek, Direktorin Institut für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt a.M.
  • Dr. Johannes Nießen, Leiter Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
  • Prof. Dr. Constanze Rossmann, Direktorin Institut für Kommunikationswissenschaft an der LMU München / STIKO
  • Korinna Hennig, NDR Info / Vorstand WPK [Moderation]

In dieser Session wollen wir der Frage nachgehen, welche Lehren wir aus der Kommunikation in der Pandemie gezogen haben: Keine Strategie, wenig Transparenz, viele Missverständnisse, keine Vision – die Kommunikation in der Pandemie war nicht gut und führte zu einem Vertrauensverlust in Wissenschaft, Politik und Medien. Dazu trug auch ein Missverständnis über die unterschiedlichen Rollen von Wissenschaft und Politik bei: Viele Menschen glaubten, dass naturwissenschaftliches Wissen 1:1 in politisches Handeln übersetzt worden seien. Christian Drosten plädiert für mehr Transparenz: Wie wollen die Institutionen in Zukunft besser kommunizieren? Wie können Beratungs- und Entscheidungsprozesse nachvollziehbarer gemacht werden? Führt mehr Transparenz tatsächlich dazu, dass Desinformationsquellen weniger Gehör finden? Wie will der neue ExpertInnenrat „Gesundheit und Resilienz“ künftige Gesundheitskrisen künftig besser managen?

Auch die mediale Aufbereitung war – und ist immer noch – problematisch: Oft genug kam es zu False Balance, so dass Minderheitenmeinungen auf einer Stufe mit wissenschaftlichen Fakten standen. Wie ließe sich der (politik)journalistische Ansatz, immer alle Seiten zu hören, überwinden? Lassen sich Verschwörungstheorien und Fake News mit „Faktensandwiches“ wirksam einordnen und entlarven? Wie realistisch ist ein offener Umgang mit Unsicherheiten und „weißen Flecken“ als vertrauensbildende Maßnahme? Eine Studie aus dem ersten Jahr der Pandemie deutet darauf hin, dass Menschen Prognosen zum weiteren Verlauf, in denen Unsicherheit fast gar nicht kommuniziert wurde, am wenigsten überzeugend finden.

Prof. Dr. Constanze Rossmann, Direktorin Institut für Kommunikationswissenschaft an der LMU München / STIKO
Foto: Theresa Köhler

Dr. Johannes Nießen, Leiter Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
Foto: Carsten Kobow

Korinna Hennig, NDR Info / Vorstand WPK [Moderation] Bild: NDR/Christian Spielmann