Digitale Zwillinge: Neuer Ansatz für klinische Studien?

B9_DeepDive

Freitag, 16. Oktober | 16.00–17.30 | Schloss Herrenhausen

  • Salome Berblinger, Redakteurin für Biologie und Medizin, Bild der Wissenschaft [Moderation]

Die Rekrutierung und der Verbleib von Studienteilnehmenden gehören zu den größten Herausforderungen der klinischen Entwicklung. Die Unsicherheit darüber, ob Patient:innen einen neuen Wirkstoffkandidaten oder ein Placebo erhalten, kann zu Studienabbrüchen führen, die Aussagekraft von Daten stark beeinträchtigen und die Entwicklungsdauer von Medikamenten deutlich verlängern.

Eine zukunftsweisende Lösung könnten „digitale Zwillinge“ sein, bei denen Daten von realen Patient:innen mithilfe von KI und neuesten Simulationstechnologien virtualisiert werden. Diese Digital Twins sollen es ermöglichen, Wirkstoffe schneller und gezielter zu testen, Datenlücken zu schließen – etwa bei seltenen Erkrankungen – und klinische Studien effizienter zu gestalten. Langfristig könnten sie herkömmliche Kontrollgruppen ergänzen oder ersetzen und so zu schnelleren Studienergebnissen und einem früheren Zugang zu innovativen Therapien beitragen.

In dieser Session wollen wir erörtern, ob und wie virtuelle Kontrollgruppen die klinische Forschung verändern könnten, wo die Chancen und Grenzen digitaler Zwillinge liegen und welche regulatorischen Voraussetzungen für ihren Einsatz notwendig sind – und was Journalist:innen über dieses neue Thema wissen müssen.