Meet the Experts an den Ständen des WissensCampus
Montag, 29. September 2025, 16.15-17.00,
Freie Universität: Henry-Ford-Bau (EG und 1. OG)




Meet the Expert: Systemische Herausforderungen der Energiewende (Dr. Cyril Stephanos, Leiter der Geschäftsstelle von „Energiesysteme der Zukunft“)
Resilienz im Energiesystem betrifft weit mehr als die Abhängigkeit von russischem Gas – etwa kritische Rohstoffe, Cybersicherheit und Netzstabilität. Nicht nur bei diesem Energiethema greifen technologische, ökonomische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte ineinander. Daher nimmt die Initiative „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Union der deutschen Akademie der Wissenschaften die Energiewende systemisch in den Blick. Sie befasst sich aktuell zudem mit der Auswertung und Vergleichbarkeit von Energieszenarien. ESYS bündelt seit mehr als zehn Jahren Expertise aus Wissenschaft und Wirtschaft und dient als zentrale Anlaufstelle zu Energiethemen für Politik und Medien.Dr. Cyril Stephanos ist Leiter der Geschäftsstelle „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS), der gemeinsamen Initiative der deutschen Wissenschaftsakademien, und verantwortet zudem den Bereich „Energie und Ressourcen“ bei acatech. Inhaltlich befasst sich Cyril Stephanos insbesondere mit Energieszenarien und Energiesystemanalyse, Wasserstoff und Marktdesign sowie globalen Trends der Energiewende. Zuvor forschte er am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung zu den Themen Energieumwandlung und Materialwissenschaften. Seine Doktorarbeit fertigte er am Lehrstuhl für Experimentalphysik an der Universität Augsburg an.
Diskussionsrunde: Sozialwissenschaftsjournalismus?! Potentiale und Herausforderungen (Tobias Kreutzer)
In welcher Form finden Sozialwissenschaften, ihre Perspektiven und Ergebnisse Einzug in die Medienberichterstattung? Zwischen Feuilleton und Wissenschaftsressort bieten sich viele Anknüpfungspunkte. Fraglich bleibt dabei jedoch, inwiefern etablierte Redaktionsstrukturen und epistemische Verständnisse sozialwissenschaftlichen Fächern aktuell gerecht werden. Tobias Kreutzer vom Dortmunder Institut für Journalistik und dem Rhein Ruhr Center für Wissenschaftskommunikationsforschung gibt Einblicke in seine Forschung zu dem Thema und diskutiert Praxispotenziale.
Beat the Expert! Gamification für das Stromnetz der Zukunft (Maximilian Dauer (Siemens AG), Projektleiter Kopernikus ENSURE)
Neun Jahre transdisziplinäre Forschung von Hochschulen, Industrie, Netzbetreibern und NGOs – und nach wie vor ist die Akzeptanz in der Gesellschaft Voraussetzung für den Erfolg technischer Lösungen. Doch wie gelingt es, die komplexen Vorgänge und Zusammenhänge im Netz für alle begreifbar zu machen? Am Energiewende-Explorer können Sie selbst in die Rolle von Entscheider:innen schlüpfen, Netzherausforderungen verstehen, spielerisch meistern und den Experten „schlagen“. Kommen Sie vorbei, um innovative Lösungen zu entdecken und die zentralen Fragen zum Thema Stromnetz und Energiewende zu diskutieren.
Energiesystem mit 100 Prozent erneuerbaren Energien – welche Rolle spielt die Mobilität? (Friederike Reisch, Reiner Lemoine Institut gGmbH; Leiterin Forschungsbereich Mobilität mit Erneuerbaren Energien)
100 Prozent erneuerbare Energien – wie kann das gehen? Was sind Herausforderungen und Stellschrauben, um eine zukünftige Energieversorgung mit ausschließlich erneuerbaren Energien zu erreichen? Welche Rolle spielt der Verkehrssektor? Friederike Reisch leitet den Forschungsbereich Mobilität mit Erneuerbaren Energien und ist Expertin für Netzintegration von E-Mobilität. Sie ordnet den Stand der Energiewende ein und erklärt, welchen Beitrag Technologien wie Bidirektionales Laden und grüner Wasserstoff zu einem 100 Prozent erneuerbaren Energiesystem leisten können.
Dienstag, 30. September 2025, 10.15-11.00,
Freie Universität: Henry-Ford-Bau (EG und 1. OG)
Wie wissenschaftliche Studien in erfolgreiche Politikberatung münden können (Dr. Katja Hartig)
Die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe (MAK-Kommission) der DFG wird in diesem Jahr 70. Die Arbeit dient als wesentliche Grundlage für die Umsetzung der Gefahrstoffverordnung in Deutschland.
Verlässliches Gesundheitswissen einfach vermittelt – evidenzbasiert, leicht verständlich, lebensnah (Dorothea Nitzsche)
Suchmaschinen und Chatbots liefern eine Vielzahl an Antworten auf Gesundheitsfragen. Doch wie erkennt man, welche Informationen verlässlich sind? 95,7 % der Hausärzte müssen mindestens gelegentlich Falschinformationen korrigieren, die Patienten aus dem Internet haben. Das kostet Zeit. Die gemeinnützige Stiftung Gesundheitswissen möchte das Gesundheitswissen der Menschen stärken. Dazu erstellen wir allgemein zugängliche Informationen und Materialien für den Einsatz in der Hausarztpraxis und der Schule. Z. B. bieten wir Hilfestellungen, wie man Fake News entlarven kann und haben zur Unterstützung der Versorgung in der Arztpraxis einen E-Learning-Kurs zur besseren Aufklärung von falsch vorinformierten Patienten entwickelt. Wir arbeiten evidenzbasiert, unabhängig und werbefrei.
Gern wollen wir Ihnen unsere Stiftungsarbeit und die Angebote näher vorstellen. Wir freuen uns über Ihren Besuch.
Andere Perspektive, fachliche Einordnung, O-Ton gesucht? (Angelina Hofacker und Christine Vörtler)
In der neuen idw-Expert:innen-Datenbank finden Journalist:innen mehr als 1.400 auskunftsbereite Fachleute, recherchierbar u. a. nach Region und Geschlecht: https://experten.idw-online.de/
Erfahren Sie mehr über die neue Datenbank und Recherchemöglichkeiten.
Die beliebtesten Ernährungsmythen und die Fakten dahinter. Und vielleicht die Antwort auf die Frage, ob und wie sich Mythen aus der Welt schaffen lassen. (Dr. Sonja Vilei)
War Weizen früher wirklich gesünder? Bekommt man Brustkrebs, wenn man (zu viel) Milch trinkt? Und vor allem: Wie lassen sich Mythen aus der Welt schaffen? Wir erzählen: Was der Wahrheitsgehalt beliebter Ernährungsmythen ist. Wo man sich über Ernährung/Gesundheit informieren kann. Wie die Berichterstattung über Mythen aussehen sollte, um falschen Erzählungen nicht ein endlos langes Leben zu gewähren. Und wir beantworten natürlich allgemein Fragen rund um den Ernährungsradar sowie Mythen & Fakten aus dem Bereich Ernährung.
Dienstag, 30. September 2025, 13.15-14.00, Freie Universität: Henry-Ford-Bau (EG und 1. OG)
Die Arbeit des Deutschen Ethikrates (Dr. Joachim Vetter)
Was macht eigentlich der Deutsche Ethikrat konkret? Was gehört zu seinem Auftrag – was nicht? Wer beruft ihn und wie wird er finanziert? Diese und viele andere Fragen beantwortet der Leiter der Geschäftsstelle des Deutschen Ethikrates, Dr. Joachim Vetter.
Vom Erkennen zum Verstehen und Beweisen: KI-Werkzeuge für den Faktencheck der Zukunft (Dr. Tim Polzehl, Wissenschaftler an der TU Berlin und CEO von Gretchen AI und Dr. Vera Schmitt, Wissenschaftlerin an der TU Berlin und BIFOLD)
Um Desinformation zu bekämpfen, entwickeln Forschungspartner wie BIFOLD an der TU Berlin, das DFKI und Gretchen AI zusammen mit Verifikationsprofis der dpa, des RBBs oder der DW multimodale Technologieplattformen. Wir beleuchten neueste Entwicklungen, die KI-Systeme auch für Nicht-Experten verständlicher machen (FakeXplain), Deepfakes und Dekontextualisierungen besser aufdecken und nachweisen helfen (Gretchen AI), und komplexe Workflows für die Integration offener verschiedenster Modelle zulassen (news-polygraph). Zudem wird ein Überblick über Desinformations-Narrative für die Öffentlichkeit geschaffen (VeraXtract).
Forschungsdaten in Gefahr – was kann Deutschland tun? (Dr. Mathijs Vleugel, Leiter des Helmholtz Open Science Office)
Der drohende Verlust von Forschungsdaten in den Bereichen Klima und Gesundheit könnte künftig dazu führen, dass relevantes Wissen zur Bekämpfung von globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder Pandemien fehlt. Kein zweites Land ist so wichtig für die Infrastruktur wissenschaftlicher Daten wie die USA. Durch ihre Einflussnahme droht die Trump-Regierung Forschenden auf der ganzen Welt eine zentrale Arbeitsgrundlage zu entziehen. Welchen Beitrag kann die Helmholtz-Gemeinschaft zur Stärkung der Datensouveränität in Deutschland und darüber hinaus leisten? Und wie können komplexe Datensätze gerettet werden? Um diese Fragen soll es in dem Gespräch mit Mathijs Vleugel, dem Leiter des Helmholtz Open Science Office, gehen. Ziel des Helmholtz Open Science Office ist es, den Kulturwandel hin zu Open Science innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft, einer der größten Forschungsorganisationen Deutschlands, zu fördern.
Solarzellen ohne Silizium – wie weit ist es noch bis zur Wirtschaftlichkeit? (Prof. Eva Unger)
Das Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) ist eines der führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Photovoltaik (PV). Seit einigen Jahren fasziniert die Fachwelt eine neue Materialklasse, die sogenannten Perowskite – benannt nach ihrer Kristallstruktur, die der von Perowskit-Mineralien gleicht.
Perowskit-Solarzellen erreichen hohe Wirkungsgrade, benötigen bei ihrer Herstellung jedoch nur wenig Energie und Material. Sie besitzen besondere Eigenschaften, zum Beispiel heilen bestimmte Defekte im Kristall wie von selbst.
Eva Unger arbeitet mit ihrem Team daran, das faszinierende Verhalten von Perowskitmaterialien in der Tiefe zu verstehen. Sie spricht über neue Herstellungsverfahren und beleuchtet die vielfältigen Materialeigenschaften der Perowskite, die sie für zahlreiche weitere Anwendungen attraktiv machen.
Die Chemikerin gibt Einblicke, wie das HZB den Aufbau einer Perowskit-basierten Photovoltaik-Technologie voran treibt mit dem Ziel, eine europäische Wertschöpfungskette für die siliziumunabhängige PV der nächsten Generation aufzubauen. Zusammen mit Partnern soll die all-perovskite-Technologie innerhalb der nächsten drei Jahre zur industriellen Marktreife geführt werden.
Innovation durch Investition?! (Miriam Hufnagel)
Sie schaffen Arbeitsplätze und sorgen regional wie national für erhebliche ökonomische Wirkung: die großen Forschungsinfrastrukturen, wie sie am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY in Betrieb sind. Ein Beispiel ist die Röntgenlichtquelle PETRA III, die seit Baubeginn 2007 und im Betrieb sowohl als großer Arbeitgeber als auch durch Beschaffung erhebliche Wertschöpfung erzeugt hat. Gleichzeitig haben die durch PETRA III erzielten Erkenntnisgewinne zu zahlreichen Innovationsimpulsen geführt, die in Produkten und Prozessen von Industrie und Wirtschaft umgesetzt wurden. Innovation durch Investition – stimmt das wirklich, oder ist das nur Marketing? Sprechen Sie mit der Politologin Miriam Hufnagl, Referentin Policy und Impact bei DESY, über den Nutzen von Forschung am Beispiel PETRA III.












