„Generation Arschkarte: Wozu arbeiten wir uns kaputt?“

B11_Ausblick

Freitag, 16. Oktober | 17.45–18.30 | Schloss Herrenhausen | UG, Auditorium

  • Miray Caliskan, Redakteurin Wissenschaft, Tagesspiegel
  • Prof. Dr. Friedericke Hardering, Professorin für Zukunft der Arbeit und Digitalisierung, FH Münster
  • Christina Sartori, Freie Hörfunkjournalistin (u.a. WDR, Deutschlandfunk) [Moderation]

Deutschland hält an Vorstellungen fest, die nicht mehr funktionieren: Vollzeit als Garant für Stabilität, Fleiß als Weg zum Aufstieg. Doch für junge Erwachsene ist dieses Leistungsversprechen zerbrochen. „Streng dich an, dann steigst du auf“, das war einmal. Trotz Hochschulabschlüssen – die Generation der 25- bis 45-Jährigen ist die am besten ausgebildete aller Zeiten – reicht das Vollzeitgehalt weder für Eigentum noch für eine sichere Zukunft, ohne Angst vor Arbeitsarmut. Gleichzeitig werden sie als „arbeitsscheu“ diffamiert, wenn sie Grenzen setzen.

Eine Politik, die die Erschöpfung einer ganzen Generation nicht ernst nimmt und sie mit Wohlstandsappellen übertüncht. Unternehmen, die nur freundliche Worte an sie richten, aber nichts anzubieten haben. In der Session soll es um dieses diffuse Gefühl gehen, warum sich so viele junge Erwachsene erschöpft, entkoppelt und betrogen fühlen.

Doch was passiert, wenn Leistung ihren Sinn verliert? Wenn sich Arbeit nicht mehr lohnt – weder finanziell noch psychisch? Wie konnte es so weit kommen, dass Bildung und Fleiß nicht mehr für ein gutes Leben in einer Großstadt reichen? Welche volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Mechanismen haben zu dieser Entkopplung geführt? Und welche Folgen hat es für eine Gesellschaft, wenn eine ganze Generation die Hoffnung auf sozialen Aufstieg verliert – psychisch, ökonomisch und politisch? Was passiert, wenn Arbeit ihren materiellen und psychischen Gegenwert verliert? Dazu die politische Dimension: Wie gefährlich ist es für die Demokratie, wenn Leistung sich nicht mehr lohnt? Und ist es überhaupt wahr: War früher „alles besser“?

Christina Sartori, Freie Hörfunkjournalistin (u.a. WDR, Deutschlandfunk) [Moderation]